Es spielt das Ensemble des Münchner Marionettentheaters

Aufführungsrechte: DREI MASKEN VERLAG München


Altmünchner Abend

Die verhexten Notenständer
Mit einem Fagott in der Hand schiebt sich Valentin von hinten in den Raum einer Bühne, auf der ein paar Revue-Girls proben. Die Gesten des Direktors, er solle verschwinden, missversteht er lässig als Aufforderung zum Tanz. Schließlich erklärt Valentin, dass er einen Kollegen erwarte, mit dem er sich hier bewerben möchte. Liesl Karlstadt kommt mit einer Klarinette, und bevor der Direktor das Duo abwimmeln kann, verwandelt ein Schnitt die beiden in weiß geschminkte Clowns. "Wir beginnen mit dem Anfang", so kündigen sie ihr Duett an, doch dann verstricken sie sich in einen heillosen Disput über die erste und zweite Stimme, bis der ungeduldige Direktor Noten bringen lässt, kleine für die Klarinette, große fürs Fagott, die sie sich gegenseitig auf den Rücken binden, damit "einer dem andern hint neinschauen kann". Rettung versprechen die Notenständer, doch die ersten sind der Karlstadt zu groß und dem Valentin zu klein, der zweite wächst ihnen unversehens über den Kopf und sinkt wieder zusammen, der dritte schleudert das Pult zur Decke, der vierte dreht sich jäh um neunzig Grad, erst der letzte hält durch und verbeugt sich gemeinsam mit dem Duo zum Applaus für das Duett, das "anlässlich des Einzugs Kaiser Ferdinands XXIII, im Jahre 1325 nachträglich zum Vortrag" gebracht wurde.

Beim Taucher auf der Wies’n
Interessiert stehen Karl Valentin und Liesl Karlstadt anlässlich eines Wies´n Besuchs vor der Attraktion "Beim Taucher". Der Herr Direktor kann die Beiden zu einem Besuch der Veranstaltung überreden. Für Liesl endet diese Vorstellung leider etwas feucht.

Im Schallplattenladen
Der Kauf von Zigarren führt Karl Valentin ausgerechnet in einen Schallplattenladen. Die nette Verkäuferin (Liesl Karlstadt) legt verschiedene Platten auf, die leider immer wieder durch Valentins skurrile Bemerkungen abgelehnt werden. Am Ende ist die Verkäuferin ziemlich genervt und Valentin entscheidet sich doch für den Kauf von Zigarren im richtigen Geschäft.

Liesl Karlstadt als Ausruferin auf der Wies’n
Vor ihrem "Panoptikum" kündigt Frau "Direktor" Karlstadt besonders außergewöhnliche Menschen an. Den kleinsten Mann mit den größten Ohren und die größte Frau der Welt. Die jeweiligen Eigenschaften beschreibt Liesl Karlstadt sehr lebendig; natürlich mit der Absicht, das hochverehrte Publikum in die Vorstellung zu locken.

Der Münchner im Himmel
Dieses weltbekannte Stück von Ludwig Thoma erzählt die Geschichte des einfachen Münchner Bürgers Alois Hingerl, der am Hauptbahnhof als Gepäckträger seinen Lohn verdient. Sein enormer Arbeitseinsatz führt zum jöhen Ende seines Lebens. Im Himmel angekommen, wird er durch Petrus mit der "Himmlichen Hausordnung" vertraut gemacht. Diese behagt ihm überhaupt nicht, besonders da es in den "Oberen Regionen" kein Bier gibt. Sein ständiges Genörgel hat Erfolg. Mit einer Botschaft an die Bayerische Staatsregierung wird er auf die Erde geschickt, wo er sofort in sein geliebtes Hofbräuhaus einkehrt. Und dieser Aufenthalt dauert sehr, sehr lange ………….